Vereinsgeschichte

Der Turnverein "Jahn" Sondheim

 

37 Mitglieder waren es, die sich am 18. Januar 1925 nach dem Vorbild des alten Turnvaters zum Turnverein "Jahn" zusammenschlossen. Hugo Ziegler und Rudolf Grob führten als 1. und 2. Vorsitzender in den Anfangsjahren den jungen Verein.

Wie der Name es schon ausdrückt, stand das Turnen in den Gründungsjahren im Vordergurnd, der Fußball steckte noch "in den Kinderschuhen", wurde aber schon seit 1925 in inoffiziellen Wetttspielen gegen andere Fußballklubs betrieben. (Der erste Sondheimer "Sportplatz" war in der Vorkriegszeit noch auf der Pfingstweide unterhalb der Einfahrt zur späteren "Ponderosa".) Im Tanzsaal des Weimarischen Hofes wurde an Reck und Barren geturnt. Erste Anschaffung des Vereins war dann 1925 auch ein (Turn-)Pferd. Gewichte wurden gestemmt und man ertüchtigte sich beim Kugelstoßen und beim 100m-Lauf.

Per Abstimmung wurde von der damaligen Vorstandschaft der Weimarische Hof zum Vereinslokal bestimmt, in dem auch Sitzungen stattfanden. Gelegentlich führte man auch Veranstaltungen im Gasthaus "Goldene Sonne" durch.

Schon ab 1925 - mit dem ersten - Turnerball - trug der Verein auch zum geselligen Leben im Ort bei. Turnfeste, "Bunte Abende", aber auch Theateraufführungen gehörten zunächst einmal bis zum Krieg zum festen Programm. Die Bedeutung der Theatergruppe zeigt die oftmalige Erwähnung in den Protokollbüchern des Vereins.

Vier Jahre nach der Gründung wurde für damals sehr stolze 550 Mark eine Fahne angeschafft, die den Verein bei den zahlreichen Turnveranstaltungen repräsentierte und bis heute begleitet.

Eine große Zäsur in der Vereinsgeschichte stellen die Kriegsjahre 1939 bis 1945 dar. Es finden sich keine Eintragungen im Protokollbuch, das Vereinsleben war erloschen. 12 Mitglieder des Turnvereins fielen im Krieg. Ein großer Einschnitt gerade einmal 15 Jahre nach der Gründung!

 

Der Turn- und Sportverein

Nach der schweren Zeit ging es jedoch wieder bergauf. Bereits 1947 wurde von der Militärregierung die Weiterführung des Vereins genehmigt - nun unter dem Namen "Turn- und Sportverein Sondheim".

Bereits in der Generalversammlung 1946 wurden durch Neuaufnahme einer Fuballabteilung die Weichen für eine weitreichende Veränderung im Verein gestellt. Bald trat man dem Fußballverband bei und richtete den Sportplatz her. Die Wichtigkeit des Turnens wird zwar immer betont, der Turnerball wird wieder abgehalten, und ebenso wird das Theaterspiel wieder aufgenommen - diese Aktivitäten erlahmen jedoch mehr und mehr und verschwinden bis zu den 1960er Jahren ganz aus den Protokollbüchern. Besonders nach dem Weltmeisterschaftsgewinn 1954 ist die junge Generation eben vor allem fußballbegeistert - was zu Lasten der traditionellen Vereinsschwerpunkte geht. Ein im Protokollbuch festgehaltener Antrag auf Instandsetzung der alten (Freiluft-) Kegelbahn beim Weimarischen Hof zeigt aber immerhin auch die frühen Wurzeln  der Kegel-Hochburg Sondheim.

War bisehr immer von dem V E R E I N die Rede, so heißt das nicht, daß das weiblich Geschlecht wie heute selbstverständlich auch dabei war. Erste Versuche mit einer Mädchen-Turnriege mit 25 Mitgliedern im Jahr 1948 mussten die Mitgliedern laut Protokoll durch die Vorstandschaft noch begründet werden. Von den Damen wurde u.a. das Handballspiel gepflegt. Das Protokoll: "Für die Damenriege soll ein Handball bereitgestellt werden. Als Ballwart wurde Heinz Budnick bestimmt." 1950 beschloss man dann, "nachdem sich die Mehrzahl der Damen vom Verein abgemeldet haben.... die Damenriege vom Verein auszuschließen." Die Zeit war wohl noch nicht reif, was sich ja glücklicherweise ändern sollte.

 

Der Verein zieht um:

Auf dem Weg zum Breitensport

 

Nachdem nun der Fußball im Vordergrund stand, verlagerte sich das Vereinsleben mehr und mehr vom Weimarischen Hof zum Sportplatz hin. 1961 wurde der erste Sportheimbau beschlossen. 1963 konnte man bereits einziehen. In diese Zeit fallen auch die größten fußballerischen Erfolge mit dem Aufstieg in die A-Klasse.

Die Mitgliederzahl des Vereins nahm ebenso wie das sportliche Interesse zu. 1973 wurde das Sportheim erweitert und die Kegelbahn gebaut. Nachdem die Gaststätte jahrelang von der ersten Manschaft bewirtschaftet wurde, übernahm mit dem Ehepaar Stein 1973 erstmals ein Pächter das Sportheim. Sie standen am Anfang einer ganzen Reihe von Wirten, mit denen Verein und Gäste stets sehr zufrieden waren. 1982 und 1984 wurden neue Kabinen an das Gebäude angeschlossen und seit 1986 erhellt eine Flutlichtanlage das sportliche Geschehen auf dem Rasen.

Sportlich blieb zwar der Fußfball die bestimmende Sportart im Verein. Nach und nach zeigte sich aber immer mehr Konkurrenz. 1976 wurde die Kegelabteiung gegründet - der "Startschuss" zu einer bis heute anhaltenden Verbreiterung der Aktivitäten im Verein. Von 1980 bis Mitte der 1990er Jahre entstanden eine Skiabteilung, eine Damen-Gymnastikgruppe und eine Kinder-Turngruppe - die erfreulicherweise beide an die Turndtradition im Verein anküpften - und eine Faschings-Abteilung, die, wie früher die Theaterspieler, das komödiantische Talent im Verein wieder zum Leben erweckt.

Ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung des Vereins war 1995 die Einweihung der Turnhalle. Nun konnten die Turngruppen endlich im eigenen Haus untergebracht werden. Zudem gründete sich eine zahlenmäßig starke Tischtennisabteilung, deren bisherige Freiluftspieler sich sehr über das Dach über dem Kopf freuten. Weitere Sportarten brauchten oft erst eine Versuchsphase: Basketball oder Jazz-Aerobic wurden durch Fit for Fun oder Badminton abgelöst.

 

Heute, im Jahr 2016,werden aktiv die Sparten Fußball, Kegeln, Tanzen, Turnen und die Faschingsabteilung betrieben.